Die Mittelschule Unterweißenbach hat sich gemeinsam mit der MRM zum Ziel gesetzt, ein Pilotkonzept für regional vernetze Klimabildung im fächerübergreifenden Kontext mit dem Titel „Klimalounge – Challenge for future“ umzusetzen. Die Klimalounge für Schulen ist ein modulares Konzeptprogramm, was die Implementierung von neuen Projektbereichen mit Stakeholdern der Region voraussetzt, aber auch TRY AND ERROR-Erfahrungen als wichtigen Ansatz kreativer Entwicklungsarbeit zulässt. Dafür wird die Methodik des Design-Thinking-Prozesses in Rückkopplungsschleifen angewendet. Die Projektlaufzeit umfasst das Herbst-/Wintersemester 2023/24. Das Pretest Modell wird in diesem Zeitraum getestet, geschärft und didaktisch aus den Praxiserfahrungen weiterentwickelt. Das Ergebnis ist ein modular anwendbares und offenes Bildungsportfolio, mit co-kreativen und reflektiven Bildungsschwerpunkten unter dem Gesichtspunkt der Selbstwirksamkeit.
DER INNOVATIVE ANSATZ -COKREATION UND INKLUSION
Der innovative Ansatz dieses Programms ist zum Einen der fächerübergreifende Einbezug regionaler und überregionaler Projektparter:innen aus Wirtschaft, Bildung, Politik und Wissenschaft und die raumpsychologische Projektkomponente mit Maßnahmen zur kreativen Raumaneignung durch den Umbau des Lesesaals zur Klimalounge und Adaption der Klassenräume, wodurch der Lernort von den Schüler:innen selbst mit ihren Ideen zu den Schwerpunktthemen ästhetisch und repräsentativ aufgeladen wird. Im Vorfeld wurden gemeinsam mit den Lehrer:innen der Mittelschule Unterweißenbach geeignete Vermittlungsprogramme und Workshops nach thematischer Eignung von regionalen und überregionalen Stakeholdern sondiert und ausgewählt. Parallel dazu wurden mit regionalen Organisationen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung aber auch mit regionalen Wirtschaftsbetrieben (Green Job Exkursionen) neue Impuls- und Kurzworkshops entwickelt, die frei zu den Themenschwerpunkten der Projektwochen gebucht werden können. Skalierbare Challenges zu Ressorcenverbrauch, Müllvermeidung, nachhaltiger Konsum, nachhaltige Mobilität, selbstreflexive Gruppenprozesse, Klimawandelanpassungsstrategien, uvm… wurden entwickelt und machen die positive Auswirkung einer gemeinsam-nachhaltigen Handlungsstrategie messbar und in ihrer Auswirkung sichtbar. Am 22. März 2024 findet der offizielle Abschluss des Projektes mit Eltern, Lehrer:innen, Schüler:innen und geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft statt, wo die Projektergebnisse der Klimalounge der Öffentlichkeit aber auch den anderen Schulen vorgestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Schulen der Mühlviertler Alm für das Projekt Klimalounge bewerben und schon im Herbst/Wintersemester mit der Umsetzung starten.
April 2023: Anfrage der Mittelschule Unterweißenbach zur Entwicklung eines Klimaprojektes
Mai 2023: Runder Tisch mit dem zuständigen Lehrerkollegium und der Schulleitung, Festlegung von Zielen und Visionen
Juni 2023: Beitritt der Schule als Klimabündnisschule – Beschluss der Klassenkonferenz für Klimaschulprojekt Herbstsem. 2023/24
Sondierung der Klimabildungsangebote regionaler und überregionaler Stakeholder:innen
Juli 2023: Erstellung des ersten Projektablaufsskizze durch die Schulprojektverantwortliche mit dem Lehrerteam
Entwicklung des Projekttitels, Challenges im fächerspezifischem Kontext nach Lehrplanvorgaben
Schärfung des Projektablaufs, Timeline und gemeinsame Abstimmung, Beratungen
Juli 2023: Kontaktaufnahme mit den Stakeholdern der Klimabildungsangebote, Vorreservierung der Bildungsprogramme
Entwicklung neuer Ausbildungsformate mit Stakeholdern
Besprechung mit dem Bürgermeister der Gemeinde -> Erstinformation über das Bildungsprojekt
August 2023: Ausarbeitung des Projektprogramms
September 2023: Nachschärfung des Projektprogramms / Erstellung der Klimalounge Broschüre
Oktober 2023: Workshop für Pädagog:innen in der Schule für „Methodik in Klimavermittlungsprogrammen“
Start des Projektes durch Kickoff Veranstaltung
Oktober – März 2023: Umsetzung des Projektprogramms in der Schule, Abstimmung zu den Challenges
April 2023: Projektfeedback Fragebogen für Schüler:innen zur Bewertung des Programms
Nachschärfung des Programms lt Schüler:innen-Feedback
Pressekonferenz / Ausrollung auf alle Mittelschulen der Mühlviertler Alm
Mai 2024: Wirkungsbericht erstellen.
Personalkosten MRM: 7.400 €,
Drittkosten: Workshops, Sachkosten, Reisekosten: 3.900 €
Wird nach Challenges am Projektende für die gesamte Schule errechnet
Das Projekt ist aktuell gestartet und endet im Mai 2024. Die Projektvorbereitung wurde durch eine zuständige Lehrkraft gesammelt koordiniert, was eine maßgebliche Erleichterung in der zielgerichteten Projektkoordination brachte. Das Projekt ist gut angelaufen und das Lehrpersonal ist sehr motiviert, die Challenges gut vorzubereiten um evaluierbare Ergebnisse zu erreichen. In diesem Zusammenhang müssen noch schrittweise Nachschärfungen vorgenommen werden. Die Wirksamkeit des Projekts wird mit Hilfe eines Feedbackbogens für Lehrpersonal und Schüler:innen erhoben und ausgewertet. Die Erkenntnisse werden zur gemeinsamen Nachschärfung des Projektes herangezogen. Die Zielerreichung der einzelnen Projektbereiche werden durch die Challenges überprüft und ausgewertet, die Auswertungssumme bildet die Berechnungsbasis des CO2 Einsparungspotentials. Sollten Ziele nicht erreicht bzw Challenges von den Schüler:innen nicht angenommen werden, werden die Ursachen dafür eruiert und weitere Maßnahmen gesetzt. Zur Dokumentation des Projektes werden Videoschnitte und Fotos angefertigt, die zu einem Imagefilm geschnitten werden. Die Pressearbeit des Projektes beginnt mit der Abschlussveranstaltung, wo Imagefilm und Kindermusical öffentlich vorgeführt werden. Eine Pressekonferenz und offene Schulprojektpreiseinreichungen sind als Maßnahme zur Öffentlichkeitsarbeit geplant, die laufend in den Medien publiziert werden. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist, Mittelschulen der Region und des Bezirk Freistadt für das Programm „Klimalounge“ zu begeistern.
Das Projekt zielt darauf ab, die fächerübergreifende Bildungsarbeit zum Thema Nachhaltigkeit der Sekundarstufen und später auch Elementarstufen auf verschiedenen Ebenen zu fördern. Ein wichtiger Faktor dabei ist, die regionalen Stakeholder:innen im Bereich Klima- und Umweltschutz mit den Schulen besser zu vernetzen. Dabei sollen stabile, schulübergreifende Bildungsnetzwerke geschaffen werden, die offene, kommunikative und co-kreative Bildungsräume etablieren. Die Schule wird so zu einem offenen Brennpunkt für strategische Klima- und Umweltbildung in der Region. Weiters sollen Schulen animiert werden, die Bildungsarbeit in diesem Zusammenhang zu vertiefen und weiter auszubauen. In Anbetracht dessen, dass die heutigen Schülerinnen der Sekundarstufen die tragende Gesellschaft im Jahre 2040 sein werden, ist es jetzt schon notwendig, alle Weichen für zukünftige Lebensmodelle zu stellen, zu etablieren und im sozialpsychologischen Kontext zu verankern. Im Jahr 2040, am Endpunkt der momentan gesetzten Klimaziele, werden diese jungen Menschen ein Alter zwischen 27 und 31 Jahren erreicht haben und die Highpotentials einer klimaneutralen Wirtschaftswelt bilden.
Seit über 15 Jahren Erfahrung in der Abwicklung von Redesign-Prozessen für Hotellerie und produzierende Industrie im In- und Ausland. Aufbau und laufende Weiterentwicklung meines Design-Unternehmens im Mühlviertel (2006-heute) Spezialisierung auf Upcycling und Revitalisierungsprozesse für 4* Hotellerie im Rahmen von Interior-Konzepten. Diplom für Mode und Design an der Modeschule Linz im ersten Ausbildungsweg, später folgte der Abschluss eines postgradualen Masterstudiums an der Universität Graz für beratende Psychologie. Forschung an selbstintegrativen Kreativprozessen im Rahmen integraler Raum-Design-Strategien. Mitentwicklung und Leitung von Kunstvermittlungs- und Begabtenförderungsprogrammen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Projektleitung von Green Event Biogastronomie (Wefair, Messe Wieselburg, Messe Freistadt) und Konzepte für mikrologistische Versorgungsketten im Rahmen ländlicher Entwicklung für die BioRegion Mühlviertel. Seit zehn Jahren Projektentwicklung & Kuratorium von verbraucherzentrierten Green Economy – Erlebniswelten für Messe und Großevents. Seit 2023 im KEM- Management für die Region Mühlviertler Alm beim Energiebezirk Freistadt tätig.
"HÜRDEN GEMEINSAM ÜBERWINDEN
Das Konzept löst im ersten Schritt ein generelles Hauptproblem von Schulen, warum fächerübergreifende Semesterprojekte mit gesellschaftsrelevanten Schwerpunktthemen nur von einzeln engagierten Lehrern umgesetzt oder generell auf Grund des großen Vorarbeitsaufwands verworfen werden. Es erspart Lehrer:innen die mühsame Suche und Ausarbeitung von Nachhaltigkeitsprogrammen, stellt Projektpräsentationsequipment zur Ausgestaltung kostenlos zur Verfügung und ermöglicht eine unkomplizierte und übersichtliche Projektplanerstellung , das auf schon vorhandenes Wissen, Umsetzungserfahrung und Netzwerke zugreift. Die Einbildung von experimentellen Vermittlungsansätzen lockert zudem den Lehrplan auf und ermöglicht eine modulare Klimaprojektgestaltung nach Bedarf. Das Modell ist österreichweit Einzigartig und ging am 16. Oktober 2023 erstmalig in die Umsetzung. In der Mühlviertler Alm haben wir aktuell 6 Mittelschulen, wofür das Programm mit allen „ups and downs“ gemeinsam mit dem Lehrpersonal an der Mittelschule Unterweißenbach getestet und in Feedbackschleifen geschärft wird."