„Mitternachtssonne“

Interdisziplinäre Aktion zu Bewusstseinsbildung einerseits und zur Produktplatzierung und Firmenkooperation andererseits. Themenfelder: Strom aus PV und Kleinwindkraft (Erneuerbare Energie), Speichertechnologie, dezentrale Stromversorgung, Elektromobilität, öff. Beschaffung. Interessierten Bürgern und Gemeindevertretern wurden Informationsveranstaltungen zum Thema Stromspeicher mit jeweils Herstellern/Handelsvertretern von Produkten aus österreichischer Fertigung angeboten. Der Anstoß dazu kam aus zahlreichen Beratungsgesprächen im KEM-Büro, wobei immer wieder nach dezentralen Akku-Lösungen gefragt wurde. Öffentliche Information für mehrere Interessen-ten erschien dabei sinnvoller als die Vermittlung von Einzelgesprächen. Über die Kleinregionszeitung „ASTEG-Kurier“ wurden zu Jahresbeginn Interessenten angesprochen, für Mitte April eine Veranstaltung organisiert. Nahezu alle Besucher wollten weiter informiert werden, daher wurde eine Folgeveranstal-tung geplant und Mitte September durchgeführt.

Projektinhalt und Ziel

Ziel: Installation von 2 Stromspeicheranlagen mit max. 10 kW und Zurverfügungstellung derselben als Demo-Anlagen mit Bereitstellung von Monitoring-Daten für andere Interessenten aus der Modellregion.

 

Projektablauf

Jänner 2015: Aufruf an Interessenten für Stromspeicher, sich beim MRM zu melden. Fünf Meldungen bis Ende Februar. Planung einer VA im kleinen Rahmen in einem Dorftreff (12 Pers. Kapazität) März 2015: Ankündigung der VA für den 14. April 2015 in Gemeindezeitungen, auf Homepage und mit-tels Plakaten / Aushängen, Übernahme in VA-Kalender des Waldviertler Energiestammtisches sowie in den der eNu unter dem Titel „Mitternachtssonne“ Bis 10. April 25 Meldungen, nahezu die Hälfte von außerhalb der KEM ASTEG. 14. April 2014: Durchführung von „Mitternachtssonne“ im Dorftreff Hausbach mit mehr als 40 Besu-chern. Fachreferent: Christoph Lang, CLE Energiesysteme, Produkte der Firma Neovoltaik aus Hart-berg/Stmk. Eintrag von 10 Haushalten bzw. LWS-Betrieben für Beratung vor Ort – 5 mit bestehender PV, 5 noch ohne PV; Windkraft nicht beteiligt. 38 Einträge für weiteren Informationsbedarf auf Anwe-senheitsliste. Mai bis Juli 2015: Vor-Ort-Analysen durch CLE, Unterbreitung von Angeboten an die Interessenten. Juni 2015: Kontaktaufnahme mit der Fa. Fronius bei der BioEM in Großschönau; in der Folge Vereinba-rung eines Termins für Produktpräsentation für Mitte September. Bewerbung der Veranstaltung wie zuvor, Ausweitung auf Gemeinden der neuen LEADER-Region „Kamptal“. August 2015: CLE installiert eine PV mit Speicher (4,5 kWp) in der KEM und einen Speicher zu beste-hender PV außerhalb der KEM ASTEG. 15. September 2015: Durchführung von „Mitternachtssonne 2“ in Echsenbach. Vertreter der Firmen Fronius (Simon Noringbauer) und Appel (Christoph Annerl) stellen das „Energy Package“ vor. >60 Be-sucher, etwa die Hälfte nicht aus der KEM, davon die meisten aus der LR Kamptal (v.a. Bürgermeister und Umweltgemeinderäte). Dass es in NÖ (noch) keine Stromspeicherförderung gibt, erfuhren die meisten Interessenten erst am Schluss des Infoabends, weswegen leichter Unmut aufkam, denn das besprochene Produkt Energy Package ist nicht gerade billig, auch wenn eine 5 kWp-PV mit Speicher aktuell so viel kostet wie 5 kWp-eine PV ohne Speicher vor vier Jahren und die Amortisationszeit durch dezimierten Zukauf von Netz-strom noch kürzer geworden ist. In der Folge baten alle Interessenten um Benachrichtigung, sobald es eine irgendwie geartete Förde-rung gibt, die sie in Anspruch nehmen können. Daher verfasste der MRM ein kurzes Konzept für ein ausgleichendes Förderszenario seitens des Klima-fonds, welches dort mit Interesse wahrgenommen wurde. Als Konsequenz wurde der MRM als Mitglied der Arbeitsgruppe „Rahmenbedingungen“ innerhalb der Klimafonds-Speicherinitiative 2016 nominiert.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Arbeitszeit im Rahmen des MRM-Managements passend zur KEM:
Materialkosten sind keine entstanden, die Referenten sahen die Abende als Werbeveranstaltungen und nahmen daher kein Honorar; die Räumlichkeiten wurden gegen Konsum von Speisen und Getränken ohne weitere Kosten zur Verfügung gestellt.
Man kann also von Null Euro Kosten ausgehen. Allerdings sind auch keine monetären Einsparungen konstatierbar.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

< 1 Tonne in 2015;

 

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Da bisher nur eine Speicheranlage weniger als erwartet in der KEM installiert wurde, kann das Ziel als fast erreicht betrachtet werden. Zumindest ist das Interesse an dieser Art der dezentralen Energieauto-nomie in weiten Teilen der Bevölkerung geweckt worden. Als einbremsend hat sich die in Niederösterreich (noch?) nicht vorhandene Förderung für die Anschaf-fung von den immer noch teuren Speichern herausgestellt. Ein gezielter Investitionszuschuss würde höchstwahrscheinlich für eine deutliche Steigerung bei der Implementierung von Stromspeichern füh-ren. Der MRM versprach, sich für die Ermöglichung von Förderungen einzusetzen.

 

Nachhaltige Perspektiven

Wichtig für den Erfolg war großteils die Flexibilität des Managements, das ad hoc auf Anregungen aus der Bevölkerung einerseits sowie auf das ständig beobachtete Angebot (Messen, Präsentationen, Anfra-gen) einschlägiger Hersteller andererseits reagierte und relativ kurzfristig die Interessenten zusammen brachte.

 

Motivationsfaktoren

Ähnliche Projekte waren unbekannt; im Gegenteil, andere Gemeinden wurden durch unsere Initiative auf diese Art der Stromversorgung aufmerksam. Die Partizipation regional bekannter Handwerksbetrie-be (Elektoinstallateure, Vertriebspartner) erweist sich förderlich und sollte immer angestrebt werden.

 

Modellregions-Manager

Küntzel Ulrich B.

     43-2849-2247
     43-660-3140540
     kem@asteg.at

Ort
Schwarzenau

Modellregionsmanager Ulrich B. Küntzel: "Die KEM-immanente ständige Fokussierung auf die Eigenversorgung mit Strom aus erneuerbaren Quel-len führte in der Bevölkerung zum Wunsch nach Kennenlernen von Möglichkeiten zur temporären Spei-cherung nicht sofort benötigter elektrischer Energie, überwiegend aus Photovoltaik. Einige Bürgermeis-ter sehen darin die Technologie der Zukunft, um rasch etwas für Klimaschutz und Energieautarkie zu tun. Dabei ist ihnen die möglichst autarke Versorgung kommunaler Einrichtungen ebenso wichtig wie die Etablierung solcher Systeme in Privathaushalten, Institutionen und Unternehmen mit adäquat di-mensioniertem Strombedarf, also auch landwirtschaftliche Bertriebe. Daher wurde spontan die Forcie-rung dieses Themas auch ohne Abbildung im Umsetzungskonzept in Angriff genommen. Die Einbindung von österreichischen Herstellern und regionalen Installationsbetrieben soll dabei die heimische Wert-schöpfung stärken. Als Nebenaspekt ist die Elektromobilität involviert, bietet ein Stromspeichersystem doch die Möglichkeit des nächtlichen Ladens der Antriebsakkus mit eigenem Solarstrom, womit nun wirklich keine „grauen“ CO2-Emissionen aus EVU-Strom mehr existieren. Das betrifft private und Be-triebsfahrzeuge ebenso wie e-Carsharings beliebiger Trägerstrukturen."