Sanierungsschub durch Energiebuchhaltung

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Die Energiebuchhaltung der Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Elsbeere Wienerwald mündete in zahlreiche Sanierungsprojekte. Auch die hier entwickelte Verknüpfung von Tourismus mit E-Mobilität lädt zur Nachahmung durch KEM-ManagerInnen aus ganz Österreich ein. Diese sind am 8. und 9. Oktober in der Region zu Gast.

Wo sich Wienerwald und Mostviertel treffen, wächst hoch auf den Bäumen die Elsbeere – eine köstliche und kostbare Frucht. Sie gibt der KEM zwischen Wien und St. Pölten ihren Namen: Region Elsbeere Wienerwald. Zunehmend als kostbar betrachtet wird hier auch Energie. Bis 2020 möchte die Region bei der Wärmeversorgung und bei der Stromversorgung autark werden. Die Weichen dazu sind bereits gestellt.

 

Energiebuchhaltung wirkt. Einen wichtigen Baustein auf dem Weg in die Energieunabhängigkeit bildete die Einführung einer Energiebuchhaltung für öffentliche Gebäude im Jahr 2012. Inzwischen sind darin 73 Gebäude mit mehr als 200 Zählern – von Gemeindeämtern über Kindergärten und Schulen bis zu Feuerwehrhäusern – erfasst. „Die Energiebuchhaltung ermöglicht den Gemeinden einen Vergleich mit Best-Practice-Lösungen für entsprechende Gebäude“, erklärt Matthias Zawichowski, Raumplaner und KEM-Manager der Region Elsbeere Wienerwald. Dieser Vergleich hat inzwischen auch zu einigen interessanten Energieeffizienz-Projekten geführt. So wird der Kindergarten in Johannesberg vorbildlich saniert. Und nach der Erneuerung der alten Öl- durch eine neue Pelletsheizung im Feuerwehrhaus von Jeutendorf sollen nun ähnliche Projekte folgen.

 

Das größte Vorhaben, das durch die Energiebuchhaltung ausgelöst wurde, ist die umfassende Sanierung des Amtsgebäudes der Marktgemeinde Kirchstetten. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird das Gebäude aus dem Jahr 1977 im Rahmen einer Mustersanierung in Schuss gebracht. Dabei schrumpft der mittlere U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) des Gebäudes dank Gebäudedämmung und Fenstertausch von 0,88 auf 0,194 W/m2K. Somit kann auch die neue Biomasseheizung kleiner dimensioniert werden als der alte Ölkessel. Die Beleuchtung wird auf LED umgestellt, und knapp zwei Drittel des Strombedarfs sollen durch eine Photovoltaik-Anlage mit 10 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) selbst produziert werden.

 

„Das Projekt ist ein wunderbares Beispiel für eine Mustersanierung“, freut sich Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. „Es zeigt, was heute schon alles machbar ist, und regt zur Nachahmung an.“

 

Schon bevor die 13 Gemeinden* 2012 Klima- und Energie-Modellregion wurden, hatten sie sich im Regionalentwicklungsverein Elsbeere Wienerwald zusammengeschlossen. Dieser wird ebenfalls von KEM-Manager Zawichowski geleitet und beteiligt sich auch an Programmen wie LEADER und künftig auch an ERASMUS. Wertvolle Unterstützung erhält Zawichowski durch Bernhard Hölblinger, der als regionaler Energiebeauftragter für die Gemeinden bei der KEM Elsbeere Wienerwald angestellt ist.

 

Tourismusattraktion E-Mobilität. Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Klima- und Energie-Modellregion Elsbeere Wienerwald im Bereich der Elektromobilität. Statt mit Oldtimer-Rallyes werden die Touristen seit 2011 mit E-Mobil-Fahrten angelockt. Im Vorjahr startete in Eichgraben sogar Europas größte Elektroauto-Ausfahrt „The Wave“. Auch das Leitprojekt Wienerwald am Strom der Zeit – der KEM-Newsletter berichtete im Mai – dient der Etablierung der E-Mobilität. Seit 1. September sind Urlaubspakete in der Region mit Hotel und E-Fahrzeug zu buchen (www.wienerwald.info/angebote). Derzeit beteiligen sich acht Beherbergungsbetriebe daran. Neben je drei Renault ZOE und Fluence können auch der Elektrosportwagen Tesla Roadster sowie zwei unverwechselbare Elektromotorräder des österreichischen Herstellers Johammer reserviert werden.

 

Hauptveranstaltung. Die Region Elsbeere Wienerwald fungiert am 8. und 9. Oktober 2014 als Gastgeberin für die Hauptveranstaltung, das Schulungs- und Vernetzungstreffen der KEM-ManagerInnen in Eichgraben. Matthias Zawichowski wird dabei auch einen Beitrag zum Schwerpunktthema „Energieraumplanung“ leisten. „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister tragen bei der Siedlungsplanung eine hohe Verantwortung und sollten dabei alle energie- und klimarelevanten Aspekte mitberücksichtigen“, so Zawichowski. „Dabei geht es beispielsweise um kurze Wege für den Fuß- und Radverkehr oder um eine günstige Ausrichtung von Baugrundstücken zur Sonne. Auch die Wiederbelebung der Ortskerne wird eine immer wichtigere Aufgabe der Raumplanung.“

 

Weitere Informationen:
www.elsbeere-wienerwald.at
www.klimaundenergiemodellregionen.at
www.facebook.com/pages/Region-Elsbeere-Wienerwald
Wienerwald am Strom der Zeit: www.facebook.com/events/407195926088005/


* Altlengbach, Asperhofen, Böheimkirchen, Brand-Laaben, Eichgraben, Kasten, Kirchstetten, Maria Anzbach, Michelbach, Neulengbach, Pressbaum, Pyhra, Stössing.

Wo sich Wienerwald und Mostviertel treffen, wächst hoch auf den Bäumen die Elsbeere – eine köstliche und kostbare Frucht. Sie gibt der KEM zwischen Wien und St. Pölten ihren Namen: Region Elsbeere Wienerwald. Zunehmend als kostbar betrachtet wird hier auch Energie. Bis 2020 möchte die Region bei der Wärmeversorgung und bei der Stromversorgung autark werden. Die Weichen dazu sind bereits gestellt.

 

Energiebuchhaltung wirkt. Einen wichtigen Baustein auf dem Weg in die Energieunabhängigkeit bildete die Einführung einer Energiebuchhaltung für öffentliche Gebäude im Jahr 2012. Inzwischen sind darin 73 Gebäude mit mehr als 200 Zählern – von Gemeindeämtern über Kindergärten und Schulen bis zu Feuerwehrhäusern – erfasst. „Die Energiebuchhaltung ermöglicht den Gemeinden einen Vergleich mit Best-Practice-Lösungen für entsprechende Gebäude“, erklärt Matthias Zawichowski, Raumplaner und KEM-Manager der Region Elsbeere Wienerwald. Dieser Vergleich hat inzwischen auch zu einigen interessanten Energieeffizienz-Projekten geführt. So wird der Kindergarten in Johannesberg vorbildlich saniert. Und nach der Erneuerung der alten Öl- durch eine neue Pelletsheizung im Feuerwehrhaus von Jeutendorf sollen nun ähnliche Projekte folgen.

 

Das größte Vorhaben, das durch die Energiebuchhaltung ausgelöst wurde, ist die umfassende Sanierung des Amtsgebäudes der Marktgemeinde Kirchstetten. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird das Gebäude aus dem Jahr 1977 im Rahmen einer Mustersanierung in Schuss gebracht. Dabei schrumpft der mittlere U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) des Gebäudes dank Gebäudedämmung und Fenstertausch von 0,88 auf 0,194 W/m2K. Somit kann auch die neue Biomasseheizung kleiner dimensioniert werden als der alte Ölkessel. Die Beleuchtung wird auf LED umgestellt, und knapp zwei Drittel des Strombedarfs sollen durch eine Photovoltaik-Anlage mit 10 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) selbst produziert werden.

 

„Das Projekt ist ein wunderbares Beispiel für eine Mustersanierung“, freut sich Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. „Es zeigt, was heute schon alles machbar ist, und regt zur Nachahmung an.“

 

Schon bevor die 13 Gemeinden* 2012 Klima- und Energie-Modellregion wurden, hatten sie sich im Regionalentwicklungsverein Elsbeere Wienerwald zusammengeschlossen. Dieser wird ebenfalls von KEM-Manager Zawichowski geleitet und beteiligt sich auch an Programmen wie LEADER und künftig auch an ERASMUS. Wertvolle Unterstützung erhält Zawichowski durch Bernhard Hölblinger, der als regionaler Energiebeauftragter für die Gemeinden bei der KEM Elsbeere Wienerwald angestellt ist.

 

Tourismusattraktion E-Mobilität. Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Klima- und Energie-Modellregion Elsbeere Wienerwald im Bereich der Elektromobilität. Statt mit Oldtimer-Rallyes werden die Touristen seit 2011 mit E-Mobil-Fahrten angelockt. Im Vorjahr startete in Eichgraben sogar Europas größte Elektroauto-Ausfahrt „The Wave“. Auch das Leitprojekt Wienerwald am Strom der Zeit – der KEM-Newsletter berichtete im Mai – dient der Etablierung der E-Mobilität. Seit 1. September sind Urlaubspakete in der Region mit Hotel und E-Fahrzeug zu buchen (www.wienerwald.info/angebote). Derzeit beteiligen sich acht Beherbergungsbetriebe daran. Neben je drei Renault ZOE und Fluence können auch der Elektrosportwagen Tesla Roadster sowie zwei unverwechselbare Elektromotorräder des österreichischen Herstellers Johammer reserviert werden.

 

Hauptveranstaltung. Die Region Elsbeere Wienerwald fungiert am 8. und 9. Oktober 2014 als Gastgeberin für die Hauptveranstaltung, das Schulungs- und Vernetzungstreffen der KEM-ManagerInnen in Eichgraben. Matthias Zawichowski wird dabei auch einen Beitrag zum Schwerpunktthema „Energieraumplanung“ leisten. „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister tragen bei der Siedlungsplanung eine hohe Verantwortung und sollten dabei alle energie- und klimarelevanten Aspekte mitberücksichtigen“, so Zawichowski. „Dabei geht es beispielsweise um kurze Wege für den Fuß- und Radverkehr oder um eine günstige Ausrichtung von Baugrundstücken zur Sonne. Auch die Wiederbelebung der Ortskerne wird eine immer wichtigere Aufgabe der Raumplanung.“

 

Weitere Informationen:
www.elsbeere-wienerwald.at
www.klimaundenergiemodellregionen.at
www.facebook.com/pages/Region-Elsbeere-Wienerwald
Wienerwald am Strom der Zeit: www.facebook.com/events/407195926088005/


* Altlengbach, Asperhofen, Böheimkirchen, Brand-Laaben, Eichgraben, Kasten, Kirchstetten, Maria Anzbach, Michelbach, Neulengbach, Pressbaum, Pyhra, Stössing.