Das Energieparadies als Ziel

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Eine Energiezukunft auf Basis erneuerbarer Energien und eine Reduktion der Feinstaubbelastung sind die Kernziele der Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Energieparadies-Lavanttal. Dazu setzen KEM-Manager Günther Rampitsch und seine Verbündeten den Hebel an zahlreichen Stellen an – vom Ökostrom-Sonderangebot über thermische Sanierungen und Fernwärmeausbau bis hin zu Trinkwasserkraftwerken.

Seit jeher ist das Kärntner Lavanttal, von den Einheimischen auch Låfntål genannt, klimatisch begünstigt. Seit Sommer 2014 gibt es in der Region auf halbem Weg zwischen Klagenfurt und Graz auch ein besonders günstiges Ökostrom-Angebot für Umsteigewillige – initiiert durch die KEM Energieparadies-Lavanttal. Geliefert wird der „Lavantstrom“ von der Alpen Adria Energie (AAE) und der Kelag – und zwar billiger als im Rahmen bestehender Verträge mit konventionellem Strom-Mix. Lavantstrom gewährt für den „Kampfpreis“ eine Garantie bis Ende 2016.

 

Ökostrom aus Kärnten. „Noch immer haben viele Menschen Angst, ihren Stromanbieter zu wechseln. Manche glauben, dass ihnen dann bei einem Stromausfall nicht geholfen wird“, erklärt Günther Rampitsch, KEM-Manager und Obmann des Vereins Energiezukunft Lavanttal. Mit Lavantstrom gelang es ihm, die Wechselrate kräftig anzukurbeln. Inzwischen sind über 200 Haushalte auf den Ökostrom aus Kärntner Produktion umgestiegen.

 

Bereits 2012 nahmen die Wolfsberger Stadtwerke ein Trinkwasserkraftwerk in Betrieb, das  die 400 Meter Gefälle einer Wasserleitung zur Stromerzeugung nutzt. Eine spezielle Edelstahlturbine gewinnt aus dem frischen Nass jährlich rund 530.000 Kilowattstunden Strom. „Das Potenzial für vier bis fünf weitere Trinkwasserkraftwerke wäre im Lavanttal gegeben“, so Rampitsch. „Da dazu allerdings auch die Rohrleitungen verstärkt werden müssen, rechnet sich die Errichtung nur im Zuge einer Generalsanierung der jeweiligen Wasserleitungen.“

 

Fernwärmeausbau. Aktuell steht ein Fernwärme-Gipfel auf dem Programm, bei dem weitere Ausbaugebiete abgesteckt und gemeinsame Ziele der Fernwärmebetreiber beschlossen werden sollen. Der größte Wärmeproduzent im Lavanttal ist die Papierfabrik Mondi Frantschach. Mit ihrer Abwärme versorgt die KELAG Wärme GmbH weite Teile von Frantschach und Wolfsberg. Biomasse-Fernwärmenetze bestehen auch in St. Andrä, Prebl, St. Michael und St. Margarethen. Geplant sind Förderungen für die Netzerweiterung aber auch für die Heizungsumstellung in Haushalten abseits der Ballungsgebiete.

 

Die Onlineplattform für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Lavanttal dient ebenfalls sowohl der regionalen Wertschöpfung als auch dem Klimaschutz. Hier können regionales Scheitholz, Rundholz und Hackschnitzel zum Verkauf angeboten werden. Für Entwicklung, Programmierung und Betrieb der Plattform zeichnen die SchülerInnen der Landwirtschaftlichen Fachschule St. Andrä verantwortlich. Sie erzielten damit beim „Kärnten Energy Globe Award 2014“ Rang zwei.

 

Klimaschulen. Im Wintersemester 2014/15 beteiligen sich die Volksschulen St. Stefan, Maria Rojach und St. Andrä an Klimaschulen, einem Programm des Klima- und Energiefonds. An allen Schulen wird fleißig gemessen – in St. Stefan Wärme, in Maria Rojach der Strombedarf und in St. Andrä die Schritte von daheim zur Schule. Die Ergebnisse werden jeweils in Pläne eingetragen und analysiert. So entsteht in St. Andrä der „Pedibus“. Dabei bringt ein Elternteil nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere Kinder entlang des Schulwegs bis vor das Schulgebäude. Aber nicht per Bus, sondern per pedes – „Pedibus“ eben.

 

Die Volksschule Preitenegg nimmt zwar nicht am Programm Klimaschulen teil, wird dafür aber bis spätestens 2016 komplett saniert. Statt des bestehenden Ölkessels wird eine Biomasseheizung eingebaut, die über ein Mikronetz auch das benachbarte Gemeindeamt und die Feuerwehr mit Wärme versorgen wird. Das Stadionbad Wolfsberg erhält vor Beginn der heurigen Badesaison eine Photovoltaikanlage mit 80kWp Spitzenleistung. Der Sonnenstrom dient zu 90 Prozent dem Eigenverbrauch. Eine große Anzeigetafel wird über die Stromerzeugung informieren und soll die Badegäste für erneuerbare Energie und Klimaschutz sensibilisieren.

 

Effiziente Straßenbeleuchtung. Ende 2014 ließ die Stadtgemeinde St. Andrä die Straßenbeleuchtung mit 700 Lichtpunkten auf ein modernes LED-System umstellen. Heuer werden in Wolfsberg 1.500 Leuchten umgerüstet. In anderen Gemeinden der Region* wie St. Georgen erstrahlen bereits einzelne Straßenzüge im neuen, effizienteren Licht. In den vergangenen Jahren führte die Klima- und Energie-Modellregion Energieparadies-Lavanttal auch eine Thermografie- , eine Heizungspumpentausch-Aktion sowie einen kostenlosen Heizungs-Check durch.

 

Landeshauptstädte rücken näher. Wie auch in den meisten anderen Regionen Österreichs ist der Verkehr im Lavanttal das heißeste Eisen in Sachen Klimaschutz. Denn abgesehen von der Bezirkshauptstadt Wolfsberg mit 25.000 beziehungsweise St. Andrä mit 10.000 EinwohnerInnen dominieren das Lavanttal viele kleine Dörfer und Siedlungen – und die meisten davon sind mit dem öffentlichen Verkehr nur schwer zu erreichen. Heuer ist die Entwicklung eines Gesamtverkehrskonzepts für ganz Kärnten geplant, bei der auch die KEM Energieparadies-Lavanttal ihre Vorstellungen einbringen wird.

„Was wir brauchen, sind vor allem flexiblere Verbindungen und eine Taktung des öffentlichen Verkehrs“, meint Rampitsch auch in Hinblick auf die Fertigstellung des Koralmtunnels. Denn während die Bevölkerungszahl im Bezirk Wolfsberg in den vergangenen vier Jahrzehnten sank, könnte die neue Koralmbahn eine Trendumkehr bei der Bevölkerungsentwicklung bewirken. Denn sowohl Graz als auch Klagenfurt werden per Bahn in unter einer Stunde Fahrzeit zu erreichen sein – und damit wird das Lavanttal als Wohngebiet für „Stadtflüchtlinge“ noch interessanter.

 

* Die rund 41.000 EinwohnerInnen zählende KEM Energieparadies-Lavanttal besteht aus den Gemeinden Preitenegg, Frantschach-St. Gertraud, Wolfsberg, St. Andrä im Lavanttal und St. Georgen im Lavanttal.

 

Weitere Informationen:
KEM Energieparadies Lavanttal
Energiezukunft Lavanttal

Seit jeher ist das Kärntner Lavanttal, von den Einheimischen auch Låfntål genannt, klimatisch begünstigt. Seit Sommer 2014 gibt es in der Region auf halbem Weg zwischen Klagenfurt und Graz auch ein besonders günstiges Ökostrom-Angebot für Umsteigewillige – initiiert durch die KEM Energieparadies-Lavanttal. Geliefert wird der „Lavantstrom“ von der Alpen Adria Energie (AAE) und der Kelag – und zwar billiger als im Rahmen bestehender Verträge mit konventionellem Strom-Mix. Lavantstrom gewährt für den „Kampfpreis“ eine Garantie bis Ende 2016.

 

Ökostrom aus Kärnten. „Noch immer haben viele Menschen Angst, ihren Stromanbieter zu wechseln. Manche glauben, dass ihnen dann bei einem Stromausfall nicht geholfen wird“, erklärt Günther Rampitsch, KEM-Manager und Obmann des Vereins Energiezukunft Lavanttal. Mit Lavantstrom gelang es ihm, die Wechselrate kräftig anzukurbeln. Inzwischen sind über 200 Haushalte auf den Ökostrom aus Kärntner Produktion umgestiegen.

 

Bereits 2012 nahmen die Wolfsberger Stadtwerke ein Trinkwasserkraftwerk in Betrieb, das  die 400 Meter Gefälle einer Wasserleitung zur Stromerzeugung nutzt. Eine spezielle Edelstahlturbine gewinnt aus dem frischen Nass jährlich rund 530.000 Kilowattstunden Strom. „Das Potenzial für vier bis fünf weitere Trinkwasserkraftwerke wäre im Lavanttal gegeben“, so Rampitsch. „Da dazu allerdings auch die Rohrleitungen verstärkt werden müssen, rechnet sich die Errichtung nur im Zuge einer Generalsanierung der jeweiligen Wasserleitungen.“

 

Fernwärmeausbau. Aktuell steht ein Fernwärme-Gipfel auf dem Programm, bei dem weitere Ausbaugebiete abgesteckt und gemeinsame Ziele der Fernwärmebetreiber beschlossen werden sollen. Der größte Wärmeproduzent im Lavanttal ist die Papierfabrik Mondi Frantschach. Mit ihrer Abwärme versorgt die KELAG Wärme GmbH weite Teile von Frantschach und Wolfsberg. Biomasse-Fernwärmenetze bestehen auch in St. Andrä, Prebl, St. Michael und St. Margarethen. Geplant sind Förderungen für die Netzerweiterung aber auch für die Heizungsumstellung in Haushalten abseits der Ballungsgebiete.

 

Die Onlineplattform für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Lavanttal dient ebenfalls sowohl der regionalen Wertschöpfung als auch dem Klimaschutz. Hier können regionales Scheitholz, Rundholz und Hackschnitzel zum Verkauf angeboten werden. Für Entwicklung, Programmierung und Betrieb der Plattform zeichnen die SchülerInnen der Landwirtschaftlichen Fachschule St. Andrä verantwortlich. Sie erzielten damit beim „Kärnten Energy Globe Award 2014“ Rang zwei.

 

Klimaschulen. Im Wintersemester 2014/15 beteiligen sich die Volksschulen St. Stefan, Maria Rojach und St. Andrä an Klimaschulen, einem Programm des Klima- und Energiefonds. An allen Schulen wird fleißig gemessen – in St. Stefan Wärme, in Maria Rojach der Strombedarf und in St. Andrä die Schritte von daheim zur Schule. Die Ergebnisse werden jeweils in Pläne eingetragen und analysiert. So entsteht in St. Andrä der „Pedibus“. Dabei bringt ein Elternteil nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere Kinder entlang des Schulwegs bis vor das Schulgebäude. Aber nicht per Bus, sondern per pedes – „Pedibus“ eben.

 

Die Volksschule Preitenegg nimmt zwar nicht am Programm Klimaschulen teil, wird dafür aber bis spätestens 2016 komplett saniert. Statt des bestehenden Ölkessels wird eine Biomasseheizung eingebaut, die über ein Mikronetz auch das benachbarte Gemeindeamt und die Feuerwehr mit Wärme versorgen wird. Das Stadionbad Wolfsberg erhält vor Beginn der heurigen Badesaison eine Photovoltaikanlage mit 80kWp Spitzenleistung. Der Sonnenstrom dient zu 90 Prozent dem Eigenverbrauch. Eine große Anzeigetafel wird über die Stromerzeugung informieren und soll die Badegäste für erneuerbare Energie und Klimaschutz sensibilisieren.

 

Effiziente Straßenbeleuchtung. Ende 2014 ließ die Stadtgemeinde St. Andrä die Straßenbeleuchtung mit 700 Lichtpunkten auf ein modernes LED-System umstellen. Heuer werden in Wolfsberg 1.500 Leuchten umgerüstet. In anderen Gemeinden der Region* wie St. Georgen erstrahlen bereits einzelne Straßenzüge im neuen, effizienteren Licht. In den vergangenen Jahren führte die Klima- und Energie-Modellregion Energieparadies-Lavanttal auch eine Thermografie- , eine Heizungspumpentausch-Aktion sowie einen kostenlosen Heizungs-Check durch.

 

Landeshauptstädte rücken näher. Wie auch in den meisten anderen Regionen Österreichs ist der Verkehr im Lavanttal das heißeste Eisen in Sachen Klimaschutz. Denn abgesehen von der Bezirkshauptstadt Wolfsberg mit 25.000 beziehungsweise St. Andrä mit 10.000 EinwohnerInnen dominieren das Lavanttal viele kleine Dörfer und Siedlungen – und die meisten davon sind mit dem öffentlichen Verkehr nur schwer zu erreichen. Heuer ist die Entwicklung eines Gesamtverkehrskonzepts für ganz Kärnten geplant, bei der auch die KEM Energieparadies-Lavanttal ihre Vorstellungen einbringen wird.

„Was wir brauchen, sind vor allem flexiblere Verbindungen und eine Taktung des öffentlichen Verkehrs“, meint Rampitsch auch in Hinblick auf die Fertigstellung des Koralmtunnels. Denn während die Bevölkerungszahl im Bezirk Wolfsberg in den vergangenen vier Jahrzehnten sank, könnte die neue Koralmbahn eine Trendumkehr bei der Bevölkerungsentwicklung bewirken. Denn sowohl Graz als auch Klagenfurt werden per Bahn in unter einer Stunde Fahrzeit zu erreichen sein – und damit wird das Lavanttal als Wohngebiet für „Stadtflüchtlinge“ noch interessanter.

 

* Die rund 41.000 EinwohnerInnen zählende KEM Energieparadies-Lavanttal besteht aus den Gemeinden Preitenegg, Frantschach-St. Gertraud, Wolfsberg, St. Andrä im Lavanttal und St. Georgen im Lavanttal.

 

Weitere Informationen:
KEM Energieparadies Lavanttal
Energiezukunft Lavanttal